Bald sechs Batteriespeicher in Großenwiehe

Meldung aus Großenwiehe
Neben dem Umspannwerk Schobüll ist auf einer Länge von mehr als 400 Metern von der Silleruper Straße bis Heideland bis ein weiterer sehr großer Speicher geplant. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Neben dem Umspannwerk Schobüll ist auf einer Länge von mehr als 400 Metern von der Silleruper Straße bis Heideland bis ein weiterer sehr großer Speicher geplant.

Windkraft gibt es schon umfangreich in Großenwiehe, eine große Biogas-Anlage erzeugt ebenfalls grünen Strom und versorgt einen Teil des Dorfes mit Wärme, Freiflächen-Photovoltaik kommt nun auf zirka 150 Hektar hinzu. Als i-Tüpfelchen zur Nutzung von regenerativen Energien sollen nun Batteriespeicher folgen, und zwar gleich sechs an der Zahl.

Der erste Großspeicher entsteht bereits gerade direkt am Umspannwerk Schobüll/Großenwiehe, ein zweiter ist genehmigt. Für drei weitere, zwei ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks und eines auf dem Wieheberg, sind Bauanträge oder zumindest Bauvoranfragen gestellt. Sie werden eine Leistung von 40, 100 oder gar 400 Megawatt/Stunde (MWh) haben.

Solche Speicher machen natürlich Sinn, stehen doch die grünen Energieformen Wind und Sonne in den Zeiten von Dunkelflaute (Dunkelheit und Windstille) nicht zur Verfügung. Aber warum gerade eine solch recht große Anzahl in Großenwiehe? Es ist wohl die Nähe zum Umspannwerk im Ortsteil Schobüll, direkt an der Grenze zu Sillerup/Lindewitt. Natürlich ist der verhältnismäßig kurze Leitungsbau günstiger, aber vor allem ist eine solche Nähe nach momentaner Gesetzeslage ein privilegiertes Bauvorhaben. Die Standortgemeinde kann ihr Einvernehmen zu dem Vorhaben kaum versagen.

Es erfolgt natürlich immer eine Einzelfallprüfung, ob eine solche Privilegierung vorliegt“, erläutert Bauamtsleiter Arne Wöhl von der Amtsverwaltung Schafflund. „Und es löst auch das ganz normale Beteiligungsverfahren aus, von der Naturschutz- bis zur Wasserbehörde, eben alle Träger öffentlicher Belange.“ 

Batteriespeicher verdienen ihr Geld mit dem Einspeichern von Strom, wenn er sehr günstig ist und geben ihn wieder ab, wenn er nachgefragt und entsprechend teurer ist.

Nord-Spedition plant einen eigenen Großspeicher

Das sechste Unterfangen in dieser Reihe ist anders angedacht. Schon seit Jahren plant die Nord-Spedition eine möglichst autarke Eigenstromversorgung, für die es bislang Freiflächen-Photovoltaik als Quelle gibt. „Wenn wir auf dem Betriebsgelände mit seinen verschiedenen Firmen den erzeugten Strom sinnvoll verteilen wollen, brauchen wir einen Grünstromspeicher“, ist Daniela Hansen überzeugt, zuständig für Energieprojekte im Unternehmen. Dies spielt genau in die schon vor Jahren aufgestellte Planung eines möglichen Energieparks (wir berichteten) auf dem Gelände, idealerweise mit der Produktion von Wasserstoff für entsprechend angetriebene LKW. Aber die damalige Aussage von Geschäftsführer Lars Hansen „Die Technik ist noch nicht soweit“ hat wohl heute noch Gültigkeit. Allerdings fahren bereits drei 40-Tonner mit grünem Strom in der 77 Fahrzeuge großen Flotte, drei weitere E-Trucks sind bestellt. „Wir möchten gern weniger graue Energie nutzen, um unseren Standort zu versorgen und auch zu sichern“, ergänzt Daniela Hansen. Es sei allerdings abhängig davon, ob der Speicher gebaut werden kann und wieviel Strom dann eingespeist werden kann. An diesen Zukunftsperspektiven arbeite man weiter hartnäckig, immer in Abstimmung mit der Gemeinde.

Die Ersteller und Betreiber der übrigen fünf Anlagen in Großenwiehe sind teils regional, teils agieren sie weltweit. „Wir werden mit allen städtebauliche Verträge abschließen“, führt Bürgermeister Keno Jaspers aus. „Wenn es sich für uns rechnen soll, dann über die Masse. Dies bedeutet nicht, dass wir die ganze Gemeinde mit Batteriespeichern dichtpflanzen wollen.“ Für ihn ist jede Einnahmemöglichkeit über die Gewerbesteuer derzeit willkommen, immer den schwierig zu finanzierenden Schulneubau im Hinterkopf.

Autor: Reinhard Friedrichsen

 Dies sind die wahrscheinlichen Standorte der Batteriespeicher.

Graphik: Dies sind die wahrscheinlichen Standorte der Batteriespeicher.