Bürgermeisterbericht Juni
Meldung aus GroßenwieheLiebe Großenwieherinnen und Großenwieher,
die Sommerferien stehen vor der Tür. Damit beginnt auch im politischen Kontext eher die ruhige Zeit. Aber ruhig und Gemeinde Großenwiehe – das sind zwei Begriffe, die nicht wirklich zusammenpassen. Irgendwie ist immer etwas los und die politischen Entscheidungen bleiben nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern werden fleißig umgesetzt.
In den letzten Monaten hatten wir wieder viel auf der Agenda. Hiermit ein Rückblick auf Teile der Ereignisse, Events und Aufgaben, die wir gemeinsam umgesetzt haben. Ich werde versuchen sie nach Aufgabenfeldern aufzuteilen, aber viele Dinge sind auch übergreifend.
Dieses Mal ist es wieder ein längerer Text, dafür ist die Sommerpause auch ganz gut und man muss es ja auch nicht an einem Stück lesen.
Direkt zum Thema:
Aus dem Bauausschuss:
Anfang Juni hat die Abnahme der Arbeiten an der Dorfstraße stattgefunden. Im Großen und Ganzen sind die Arbeiten zufriedenstellend abgeliefert worden. Es gibt Details, die in der kommenden Zeit noch ausgebessert werden müssen, andere werden über die Garantiezeit genau beobachtet und für bestimmte Arbeiten wird ein geldlicher Abzug vorgenommen, da eine Ausbesserung nicht im Verhältnis stehen würde. Die Qualität des Asphalts ist lt. externer Untersuchungen sehr gut, allerdings sind in der Ausführung, bedingt durch vielzählige Einflüsse, Fehler und Ungenauigkeiten entstanden. Da wir nicht Auftraggeber der Maßnahme sind, liegt die Abwicklung sowohl beim Land als auch beim direkten AG – wir haben unsere Bedenken angemeldet und dafür möchte ich mich auch bei Bernd Thomsen bedanken, der bei einer Vorabnahme bereits gute Hinweise geben konnte. Ist immer gut einen Fachmann in der Gemeinde zu haben.
Ebenfalls Anfang Juni sind die Oberflächen des Kirchstiegs und einen Teil des Grabenackers erneuert worden. Leider führen solche Maßnahmen immer kurzfristige Herausforderungen für die Anwohner mit sich, aber dies ist, auch bei bester Planung, nicht zu verhindern. Ich danke für euer Verständnis.
Das Dörpshuus hat eine neue Außenbeleuchtung erhalten. Wir hoffen damit jetzt eine bessere Ausleuchtung zu haben.
Der neue Mulchkopf für unseren Traktor ist bestellt und kann hoffentlich kurzfristig die gewünschte Arbeitserleichterung für unsere Gemeindearbeiter bringen.
Die Tennishalle erhält in absehbarer Zeit eine neue Haupteingangstür, da die alte Tür in die Jahre gekommen ist.
In den Sommerferien werden in der KITA an der Grundschule Fenster ausgetauscht und damit in Verbindung stehende Arbeiten ausgeführt.
Die Arbeiten an der Freiflächenphotovoltaikanlage der Fa. Max Solar werden jetzt kurzfristig begonnen. Am 13.07. findet der offizielle Spatenstich statt. Die jetzigen Teilflächen müssen im September fertiggestellt sein.
Die Ausschreibung für den Schul- u. Sporthallenbau wird jetzt erarbeitet und wir hoffen, dass wir zum Jahresende die Ausschreibungsunterlagen versenden können.
Im Neubaugebiet werden jetzt kurzfristig weitere Straßenlaternen und Wegbeschilderungen aufgebaut.
Ab Ende der Sommerferien wird das ehemalige Feuerwehrgebäude der Feuerwehr Schobüll zur Interimsrettungswache für das DRK umgebaut. Der Einzug soll im Januar 2027 stattfinden.
Der Großbatteriespeicher der Fa. Kyon Energy Solutions am Umspannwerk Sillerup liegt in den Zügen der Fertigstellung. Der Plan ist es, in diesem Jahr die Einspeisung ins Netz zu erstellen.
Weitere Arbeiten:
Im Sandfang des Biotopes am Ringweg ist eine Ölsperre eingebaut worden.
Planungen, die beschlossen und zur Ausführung freigegeben sind:
Die Ausführungsplanung für die Verlängerung des Radweges am Bahnhofswinkel und der Wanderuper Str. – Ziel ist es, die Arbeiten im Herbst zu beginnen.
Machbarkeit zur Umplanung der Straßenführung im Gewerbegebiet Schobüllhuus.
Ertüchtigung der Radwegbeleuchtung an der Dorfstraße.
Genereller Status über weitere Projekte:
Windkraft: alle Planungen für die zukünftigen Standorte der Windkraft sind als Planung eingereicht worden. Für das Gebiet Loftlund sind zwei Projektierer in gemeinsamer Planung, um Synergien zu nutzen und die Fläche optimal zu nutzen.
Großbatteriespeicher: alle Planungen für die zukünftigen Großbatteriespeicher liegen im Genehmigungsprozess. Am geplanten Standort Wieheberg wird über ein Umspannwerk nachgedacht. Am Umspannwerk Sillerup wird ECOSTOR nördlich des Umspannwerkes Anfang 2027 mit den Arbeiten beginnen. Insgesamt liegt eine Planung mit 7 Großbatteriespeichern in der Gemeinde vor.
Freiflächenphotovoltaik: In diesem Jahr sollen auch die Arbeiten von der Fa. GreenTech Hamburg in Loftlund losgehen. Die Gemeindevertretung hat grünes Licht für eine weitere Fläche am Umspannwerk Sillerup gegeben.
Rechenzentrum: Zurzeit wird an der Realisierung eines Rechenzentrums in Großenwiehe geplant. Die gewünschten Standortfaktoren des Landes sind erfüllt.
Radweg nach Oxlund: Nach vielen Anläufen können wir feststellen, dass wir keine Fördermittel abgreifen können. Zurzeit finden Überlegungen statt, die Arbeiten kostgünstig in Eigenleistung zu erstellen. Näher werden wir uns damit Anfang 2027 beschäftigen.
Mögliche Erschließung zwischen Süderlücke und Flensburger Straße: Zurzeit finden Gespräche über ein mögliches Erschließungsszenario statt. Es werden Vorplanungen gemacht, mit den Behörden gesprochen und mit Gutachtern über verschiedene Möglichkeiten debattiert. Nähere Informationen folgen, sobald wir sprechfähig sind. Es gibt noch keine festgelegten Optionen.
Insgesamt sind viele zukünftige Projekte beim Kreis und Land vorgelegt worden, um eine generelle Machbarkeit abzuprüfen. Diese Projekte sind als Konzept eingereicht worden und beinhalten einen bunten Blumenstrauß an Ideen. Erste Gespräche mit der Landesplanung sind positiv, allerdings wird dies ein langer Weg.
Vom Bauhof:
Personell werden wir eine Zeitlang auf Sven Petersen verzichten müssen, da er gesundheitstechnisch ausfällt. Wir werden Hilfeleistung in Anspruch nehmen, wenn notwendig. Sollte in der kommenden Zeit das Eine oder Andere liegenbleiben, habt bitte Verständnis dafür. Gebt gerne Bescheid, wenn dringliche Dinge anstehen.
In den letzten Wochen waren unsere Mitarbeiter interdisziplinär unterwegs. Sie haben das große Gemeindegebiet auf Vordermann gehalten, aber auch andere Tätigkeiten ausgeführt.
Rund um das Mahnmal auf dem Friedhof wurde die Anlage neu angelegt.
Unsere Bauhofmitarbeiter haben aktiv Hilfestellung für Veranstaltungen geleistet, ob Kinderfest, Jubiläum des Reitvereins oder der Einweihung unserer neuen Feuerwehrfahrzeuges.
Des Weiteren sind Kleinmaschinen eingekauft worden, um die Arbeit vor Ort zu erleichtern.
Leider müssen wir feststellen, dass die Ablagerung von Müll und die Entsorgung von Müll in den öffentlichen Mülleimern enorm zugenommen hat. Es wird viel Hausmüll, Sperrmüll usw. einfach daneben gestellt.
Des Weiteren haben unsere Bauhofmitarbeiter oft mit Verschmutzungen zu kämpfen, die viel Arbeitszeit binden und nicht notwendig sind. Als Beispiel: Es werden an der Wiehebek ungebrauchte Hundekotbeutel aus dem Spender genommen und in die Wiehebek geschmissen; es wird an Parkbänken der produzierte Abfall (Zigarettenkippen, Getränkeflaschen usw.) nicht in bereitgestellte Mülleimer entsorgt, sondern einfach auf den Boden geworfen. Hier sollten wir in Zukunft gegenseitig drauf achten, dass wir den Arbeitsumfang und die damit verbundenen Kosten nicht noch weiter in die Höhe treiben.
Grünannahmestelle: In diesem Jahr wird der letzte Termin am 04.07.2026 sein und wir beginnen bereits wieder am 01.08.2026. Somit versuchen wir dem Wunsch nach kürzeren Schließzeiten im Sommer nachzukommen.
Aus dem Sozial-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss:
Hier war in der letzten Zeit wieder viel Bewegung. Unser alljährliches Kinderfest hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Lange Vorausplanungen und gute Teamarbeit haben hier super funktioniert.
Im Juni hatten wir die Kinder der 3. u. 4. Klasse der Grundschule wieder zu Besuch. Hier geht es uns darum, den Kindern das Dörpshuus zu eigen zu machen, Demokratieverständnis zu fördern und Teilhabe zu sichern. Dieses Mal hatten wir das Thema „Kinderseite im HGV-Blatt“, denn auch die Jüngsten stöbern bereits im HGV-Blatt.
Auch das Ferienprogramm für die Kinder war wieder auf der Tagesordnung. Auch dieses Jahr bietet die Gemeinde Großenwiehe ein tolles Angebot. Danke an Wolfgang Franz, der uns auch in der Ferienzeit zur Verfügung steht.
Des Weiteren laufen die Planungen für den Ehrenamtstag im September – viele Planungsgespräche haben stattgefunden – nähere Informationen werden folgen.
Bereits jetzt sind die Planungen für den neuen Jahreskalender in vollem Gang.
Die Planungen für die Seniorenfahrt der Gemeinden Lindewitt und Großenwiehe stehen fest. Nähere Informationen werden folgen.
Auch zur Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeuges waren die Mitglieder des Ausschusses mit vollem Elan dabei.
Weitere Events:
Amtsringreiten am 15.06.2026
Tag des Ehrenamtes inkl. Weltkindertag am 19.09.2026
Apfelpirat am 26.09.2026
Packen der Kalender 2027 im November
Ein relativ neues Angebot in der Gemeinde ist der Kreativtag. Hier ist eine wachsende Nachfrage zu verzeichnen. Er wird nun bis zur Sommerpause je zwei Mal für Erwachsene und Kinder stattfinden.
Aus dem Zentral- und Bildungsausschuss (ZBA):
In den letzten Monaten war das Thema Offener Ganztag ein Schwerpunkt. Gesetzliche Änderungen fordern hier eine Neuaufstellung bzw. Anpassung der Rahmenbedingungen in den Gemeinden. Leider sind diese Rahmenbedingungen vom Gesetzgeber nicht zu Ende dekliniert und das bedeutet, dass der ZBA ein „Damoklesschwert“ abzuwehren versucht, ohne die eigentlichen gesetzlichen Eckpunkte vom Gesetzgeber in Gänze ausformuliert zu haben. Dies ist super geglückt und neue Satzungen für den offenen Ganztag sind auch mit Hilfe von Nils Nowak entstanden. Danke dafür.
Des Weiteren werden aufgrund der gesetzlichen Änderungen auch das Thema Personal und generelle Aufstellung des offenen Ganztags bearbeitet.
Als weiterer Schwerpunkt wird aktiv an den neuen Vertragsentwürfen der Kindertagesstätten gearbeitet. Auch dies ist bedingt durch eine gesetzliche Änderung notwendig.
Auch das Thema Notfallinfopunkt ist ein Thema, mit dem sich der ZBA ernsthaft auseinandersetzt.
Im Augenblick arbeitet der ZBA an der Gestaltung einer Satzung über Ehrungen für verdiente Bürgerinnen und Bürger.
Die Themen des ZBA bilden die Grundlage unseres gemeindlichen Handelns. Sie sind stark von der aktuellen Gesetzgebung abhängig und die Kunst besteht darin, aus einer eher übergreifenden Gesetzgebung eine lokal angepasste Grundlage für unser Handeln hier in der Gemeinde zu definieren. Eine große Aufgabe, die aber das Fundament unserer Möglichkeiten darstellt und daher so immens wichtig ist. Einen großen Dank an die hervorragende Arbeit des ZBA.
Aus dem Finanzausschuss (FA):
Eine Kombinationsarbeit aus ZBA und FA hat in der letzten Zeit an der Neufassung der Hundesteuersatzung gearbeitet.
Das Hundegesetz Schleswig-Holstein gibt den Ordnungsämtern die gesetzliche Grundlage bei Vorfällen mit Hunden die mögliche Gefährlichkeit zu ermitteln. Beispielsweise bei Bissen gegen Menschen oder wenn Hunde andere Tiere hetzen oder reißen. Sollten die Ermittlungen ergeben, dass von dem betroffenen Hund auch zukünftig eine Gefahr ausgehen kann, wird er für gefährlich erklärt.
Steuerrechtlich ist es möglich, dass solche für gefährlich erklärten Hunde anders behandelt werden als nicht eingestufte Hunde. Dies ist bereits in vielen Gemeinden in der Satzung festgelegt und der FA hat sich für eine Anpassung der Hundesteuer ausgesprochen. Folgender Beschluss ist hier gefasst worden:Für jeden Hund, der von der Ordnungsbehörde gemäß Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG) als gefährlich eingestuft wird: Das 15-fache des Steuersatzes nach Absatz 1.
Gleichzeitig wurde über die Anpassung der allgemein geltenden Hundesteuer gesprochen. Hier ist der Hintergrund, dass wir für Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer eine Möglichkeit bieten wollen, die Hundesteuer zu ermäßigen. Dazu ist folgender Beschluss gefasst worden:
Die jährliche Hundesteuer wird um 50 % reduziert, wenn die Halterin/der Halter des Hundes einen Nachweis über das Bestehen einer anerkannten Prüfung zum Hundeführerschein gemäß den Vorgaben des Landes Schleswig-Holstein erbringt. Der Nachweis ist bei der Amtsverwaltung vorzulegen. Die Reduzierung gilt nur für den ersten Hund pro Haushalt und wird ab dem Jahr gewährt, in dem der Nachweis erstmals vorgelegt wird.
Durch diesen Beschluss wollen wir die Möglichkeit geben, durch eine persönliche Weiterbildung, die jährlichen Kosten zu reduzieren. Darüber hinaus, kann eine fachliche Weiterbildung zum allgemeinen Vorteil werden.
Des Weiteren hat der FA den Beschluss getroffen, die Aufwandsentschädigung für künftige Funktionen in der FFW Großenwiehe-Schobüll anzupassen. Durch die Zusammenlegung der Wehren stellt sich unsere Gemeindewehr professioneller auf und die Einsatzhäufigkeit ist bereits jetzt stark gestiegen. Um die personelle Neugestaltung zu sichern, ist eine Anpassung aus Sicht des FA sinnvoll – hier besteht breiter Konsens.
Des Weiteren hat der FA die Zahlung von freiwilligen Leistungen an Vereine und Verbände genehmigt, die einen Antrag gestellt haben.
Wie man sieht, arbeiten unsere Ausschüsse an vielen wichtigen Themen für unsere Gemeinde. Die genannten Punkte sind allerdings nur ein Auszug dessen, was an Themenbereichen bearbeitet wird.
Hiermit möchte ich mich für die tolle Arbeit unserer Gemeinderatsmitglieder bedanken. Es ist eine super Zusammenarbeit und der Geist „des lösungsorientierten Denken und Handelns“ steht bei allen Mitgliedern und Themen im Vordergrund.
Es ist viel Arbeit, aber die Resultate motivieren. Zu sehen, dass politische Beschlüsse zu wirklichen Veränderungen führen, ist einfach nur befriedigend. Vielen Dank für euren Einsatz für unsere Gemeinde. Wir sind ein tolles Team.
Weitere Informationen aus der Gemeinde:
Natur AG: In den letzten Monaten fleißig an vielen Projekten gearbeitet. Vom Anlegen von weiteren Blühwiesen, Anpflanzung von Obstbäumen über die Pflege der angelegten Flächen war alles dabei. Erst kürzlich haben die Mitglieder Igel, die in der Winterruhe in einer Wildtierauffangstation „aufgepäppelt“ wurden, in Großenwiehe ausgewildert. Ein tolles Projekt – danke für eure Arbeit.
Rehkitzrettung: zurzeit wieder sehr aktiv. Ihre Arbeit sichert, dass die Kitze eine gute Überlebenschance haben und die Einsätze geben recht, denn einige Kitze wurden bereits gerettet. Vielen Dank an das ganze Team – früh morgens, wenn andere noch schlafen seid ihr unterwegs und macht eine tolle Arbeit.
Mit Ausgang dieses Schuljahres verabschieden wir unsere FSJ-Kraft aus der Schule, Hanna Fleddermann. Wir sind dankbar für deinen Einsatz und hoffen, dass wir dir den Einstieg in die weitere berufliche Laufbahn geebnet haben und wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Weg.
Rettungsweg im Gewerbegebiet Wiehekrug: Es wird momentan über die Erstellung eines zusätzlichen Rettungsweges nachgedacht. Sollte die Zufahrt aus irgendwelchen Gründen nicht passierbar sein, ist eine Notzuwegung für die Anlieger notwendig.
Neubaugebiet: Zurzeit sind bis auf 5 Grundstücke alle freien Flächen verkauft und werden bebaut. Das Gebiet ist organisch gewachsen und es besteht immer noch Nachfrage nach Flächen in der Gemeinde. Die große unbebaute Fläche im Neubaugebiet war geplant für den sozialen Wohnungsbau. Da wir keine Kontingente erhalten haben und in Zukunft auch damit nicht rechnen können, wird diese Fläche durch unsere AG neu begutachtet und die Kriterien zur Bebauung neu definiert. Der Wunsch nach kompaktem Wohnbau ist weiterhin vorhanden – Ziel ist es, trotz nicht gefördertem Wohnraum, bezahlbaren Wohnraum herzustellen.
Private Investoren: An vielen Ecken und Kanten wird im Moment gebaut. Viele private Investoren sind aktiv. Als Gemeinde begrüßen wir diese Entwicklung, da es ein gutes Zeichen dafür ist, dass Großenwiehe sich weiterentwickelt. Besonders begrüßen wir den offenen Dialog mit den Investoren. Dies gilt ganz besonders auch für die größeren Projekte, die ggf. ortsbildprägend sein werden. Die transparenten Gespräche, mit den meist lokalen Investoren, und der konstruktive Austausch schaffen Vertrauen. Danke dafür.
Reit- u. Fahrverein: hat vor kurzem 100-jähriges Bestehen gefeiert. Es war ein toller Tag und wir konnten Gäste von Nah und Fern begrüßen. Auch an politischer Prominenz hat es nicht gefehlt. Die Außenwirkung des Vereines strahlt weit über die Grenzen Großenwiehes und sogar Schleswig-Holsteins. Großenwiehe ist ein Begriff und das Jubiläum zeigt, wieviel möglich ist durch freiwilliges Engagement. Vielen Dank für eure Arbeit, die Großenwiehe auf der Landkarte Deutschland markiert.
Feuerwehr:
In den letzten Jahren ist viel passiert. Vom Neubau des Gerätehauses, über den gemeinsamen Einzug, bis hin zur freiwilligen Zusammenlegung der Ortswehren Schobüll und Großenwiehe. Es wächst zusammen, was zusammen gehört – ein Prozess, den die Mitglieder der Wehren eigenständig entwickelt haben.
Die Zusammenlegung der Wehren ist das i-Tüpfelchen in einer enormen Entwicklung. Nicht nur personell, sondern auch fachlich hat sich die gemeinsame Wehr zu einer starken Einsatzgruppe entwickelt, die organisch zusammengewachsen ist und wo Teamgeist im Vordergrund steht.
Das neue Fahrzeug ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Wehr – aber das Bild ist noch nicht zu Ende gemalt. Der Weg wird weitergehen und nicht zuletzt durch die Ansiedlung einer Rettungswache, werden wir weitere Professionalisierung erfahren.
Der Weg des Zusammenwachsens war nicht immer einfach. Es hat viel Zeit gekostet und das ist gut so. Die Politik hat schon früh den Wunsch geäußert, aber die Kameradinnen und Kameraden haben eigenständig, in ihrem Tempo den Takt angegeben. Eine gute Entwicklung.
Natürlich ist es immer schwer Veränderungen mitzutragen. Viele gute Zeiten gab es in beiden Wehren an den verschiedenen Standorten. Über lange Jahre gab es eine Koexistenz und jetzt ist es eine Einheit.
Ich möchte mich für diesen Prozess bedanken, für euer Engagement und euer Vertrauen, auch in uns als Politik. Gemeinsam habt ihr eine Truppe aufgebaut, die im Kreisgebiet ihres Gleichen sucht.
Danke an alle Kameradinnen und Kameraden der Ortswehr Schobüll, dass ihr diesen Weg mitgegangen seid. Zwei tolle Truppen, die jetzt eine Einheit bilden. Vielen Dank dafür. Ihr könnt alle stolz auf euch sein.
Unternehmerdialog:
Im Juni gab es den ersten Unternehmerdialog in Großenwiehe.
Vielen Dank an die Nord-Spedition, dass ihr die Räume zur Verfügung gestellt habt. Das Event war eine Gemeinschaftsplanung der WIREG, der IHK und der Handwerkskammer zusammen mit der Gemeinde.
Unser Gedanke war und ist, für die künftigen Dialoge eine Plattform zu schaffen, um die Entwicklung der Gemeinde mit den Unternehmern zu gestalten. Wir wünschen uns für die Zukunft einen guten Austausch mit der Unternehmerschaft, um ihre Bedarfe zu erkennen und gemeinsam Ideen für die Standortsicherheit und den Ausbau der Attraktivität zu gewährleisten.
Das erste Arrangement war vielversprechend und ist aus unserer Sicht ein guter Start für weitere Dialoge. Ich möchte mich bei allen bedanken, die dies möglich gemacht haben und hoffe auf weiteren, guten Austausch – auch außerhalb solcher Events. Wir sind für euch da.
Notfallinfopunkt:
Die Gemeinde hat mit dem Dörpshuus jetzt eine Anlaufstelle für den Notfall im bevöklerungsschutzrechtlichen Kontext.
Unser Event im Juni hat einen tollen Überblick über dieses wichtige Thema gegeben.
Wir haben eine AG, die sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzt. Ein Thema, welches in den letzten Jahren wenig präsent war. Gerade deshalb arbeitet die AG sich Stück für Stück nach vorne. Die Mitglieder machen eine tolle Arbeit und es hilft gewaltig, dass die Gruppe aus Mitgliedern besteht, die auch beruflich mit dieser strukturellen Arbeit zu tun haben.
Diese AG wird auch in den kommenden Monaten arbeiten und die Aufgaben bearbeiten, denn einen richtigen Abschluss wird es nicht geben, da die Anforderungen sich verändern und wir im Prozess auf Neuerungen reagieren müssen oder besten Falls proaktiv handeln können. Ich bin sehr froh, dass diese Gruppe so tolle Ergebnisse erarbeitet, die am Ende für uns alle einen riesigen Mehrwert bringen, wenn der Notfall eintritt.
Danke für eure Arbeit – in der Hoffnung, dass es nicht notwendig wird.
Öffentlichkeitsarbeit:
Unsere Öffentlichkeitsarbeit trägt Früchte.
Durch die Bespielung der sozialen Medien haben wir eine große Reichweite erreicht. Nicht nur um uns herum wird unser Handeln gesehen, auch im Kreisgebiet und über diese Grenzen hinaus weiß man mittlerweile was Großenwiehe ist.
Eine kleine Anekdote dazu: Im Juni traf ich zufällig auf 2 Radfahrer, die hier im Imbiss aßen. Die beiden waren Franzosen und sind von Kopenhagen auf dem Rückweg nach Toulouse gewesen. Ich fragte, warum sie durch Großenwiehe fahren würden und die Antwort war, dass der eigentliche Plan die Ostküste war, sie aber im Internet soviel Positives über Großenwiehe gelesen hatten und sie neugierig geworden waren.
Auf die Frage, ob Großenwiehe ihren Vorstellungen entsprechen würden sagten sie, dass sie sich das Dorf genauso vorgestellt hatten und es hier sehr hübsch fanden.
Also: Die Öffentlichkeitsarbeit funktioniert und ich bin dankbar dafür, dass Clarissa Klatt hier so tolle Arbeit macht.
Generelle Entwicklung in der Gemeinde:
Im Augenblick wird konzeptionell an vielen Fronten geplant und im Hintergrund gearbeitet. Dies hat damit zu tun, dass viele Akteure mitspielen müssen und es wäre falsch, in dieser Phase der Entwicklung jede Idee öffentlich zu machen. Nur so viel:
Unsere Gemeinde steht zukünftig vor notwendigen Veränderungen, um sich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Seit 2023 haben wir uns einen Zukunftsplan für unsere Gemeinde erarbeitet.
Es geht hier um die nachhaltige, positive Entwicklung der gesamten Gemeinde und dafür sind finanzielle Mittel notwendig. Die Gemeinde hat einen positiven Haushalt, allerdings sind 85 % der Finanzmittel für pflichtige Leistungen bereitzustellen. Die restlichen 15 % Prozent können als freiwillige Leistungen an Vereine, Projekte usw., die das gesellschaftliche Leben ermöglichen, verteilt werden.
Da die Zuweisungen von Mitteln vom Land und Bund – wenn überhaupt – nur schwer zu bekommen und mit hohen Auflagen verbunden sind, lag die Überlegung nahe, die Einnahmenseite der Gemeinde durch nachhaltige und sinnvolle Investitionen zu verbessern.
Diese Verbesserungen sollten auf Sicht positive Effekte für unsere Bürgerinnen und Bürger haben und somit war die Überlegung, die erneuerbaren Energien als Lösung zu wählen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich in vielerlei Hinsicht als WIN-WIN-Situation für die Gemeinde darstellen.
Eine Machbarkeitsstudie zur Wärme- u. Energieversorgung hat uns frühzeitig Handlungsfelder aufgezeigt – die Aufgabe bestand darin, den Ausbau gemeinschaftlich zu denken und alle Akteure zu einem gemeinsamen Ziel zu führen.
Da wir im Vorwege eine Fernwärmeinfrastruktur besitzen, Strom aus erneuerbaren Energiequellen vor Ort produzieren und die Landflächen von lokalen Bürgerinnen und Bürgern gepachtet werden, fielen die offenen und transparenten Gespräche über das Ziel der Energieautarkie allenthalben auf fruchtbaren Boden.
Das Thema Energiekosten und lokale Daseinsfürsorge beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde direkt und eine Verbesserung im Bereich der finanziellen Entlastung, aber auch der notwendigen Energiewende, ist für die Entwicklung der Gemeinden eine Chance, die neue Möglichkeiten eröffnet.
In den letzten Jahren haben wir einen Plan entwickelt, wie eine nachhaltige und sozialgerechte Energiewende funktionieren kann. Die Gemeindevertretung hat den Bau von 7 Großbatteriespeichern, 19 zusätzlichen Windmühlen, ca. 200 ha Freiflächenphotovoltaik und einem Umspannwerk genehmigt. Darüber hinaus finden zurzeit ernsthafte Gespräche über die Ansiedlung eines Rechenzentrums statt.
Die Aufgabe bestand und besteht darin, die verschiedenen Akteure zum gemeinsamen Auftreten zu bringen.
Fragen, wie:
Wärmeversorgung: Wie sichern wir die Wärmeversorgung durch die lokale Biogasanlage, die 2/3 der Gemeinde versorgt, nach Wegfall der EEG?
Energy-sharing: Wie lösen wir die Herausforderung des nicht fertig definierten „Energy-sharings“?
Bürgerbeteiligung: Was und wie definieren wir Bürgerbeteiligung?
Partizipation: Wie können Bürgerinnen und Bürger partizipieren, die aufgrund der finanziellen Situation keine Beteiligungen zeichnen können?
Sozialgerechte Energiewende: Wie schaffen wir es eine sozialgerechte Energiewende vor Ort zu gestalten?
Diese Fragen und viele mehr, sind Grundlage für Überlegungen gewesen, die in einem Konzept zusammengefasst wurden und im Prozess angepasst werden müssen.
Die Arbeiten für Großbatteriespeicher und für die Freiflächenphotovoltaik sind bereits angelaufen. Viele Projekte sind bereits positiv beschieden und andere noch im Genehmigungsprozess. Bis 2032 werden hoffentlich viele Projekte realisiert sein.
Die Akzeptanz der Planungen in der Gemeinde ist sehr hoch. Bereits jetzt abgeschlossene Verträge mit den Investoren lassen es zu, dass wir den Neubau der Grundschule inkl. einer Sporthalle finanzieren können.
Lokale Investoren planen bereits jetzt Investitionsprojekte im Bereich Wohnbau, gesellschaftlicher Daseinsfürsorge (Ärztezentrum usw.), Ansiedlung von Gewerbe usw. Der Faktor der günstigen, erneuerbaren Energie ist für viele Investoren ein Ansiedlungskriterium und die Nachfrage ist stark gestiegen.
Unser Zukunftsplan für Großenwiehe nimmt bereits Formen an und Gespräche mit der Landesplanung sehen vielversprechend aus.
Die Entscheidung für den Ausbau der erneuerbaren Energie weckt Investoreninteresse und wird uns die geplante nachhaltige Entwicklung gehen lassen können.
Positive Signale zum Thema „Energy-sharing“, Doppelnutzung von Einspeisepunkten usw. helfen uns für diesen Prozess und kommen langsam aus Berlin.
Ohne ein ganzheitliches Konzept wäre das Ziel der Energieautarkie nicht erreichbar. Transparentes Handeln und offene Gespräche sind Grundlage für die Akzeptanz.
Der wohl wichtigste Aspekt: Die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger mitzudenken, die Energiewende sozialgerecht zu denken und zu gestalten und die Wertschöpfung hier vor Ort zu behalten.
Wenn hier von einem Konzept die Rede ist, dann bedeutet dies, dass viele verschiedene Bereiche mit eingedacht wurden:
Wohnraumproblematik
Gewerbeansiedlung
Infrastruktur
Tourismus
Erneuerbare Energien
Soziale Daseinsfürsorge
Bildungseinrichtungen
Kultur
Gemeindliche Haushaltssituation
Nachnutzung von Gebäuden
Ärztliche Versorgung
Nahversorgung
Verkehr
Naturschutz
Wachstumspotentiale
usw.
Das soll heißen, wir haben versucht, von außen auf Großenwiehe zu schauen, die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten zu definieren, aber auch die Konsequenzen mit zu bewerten.
Hierzu haben wir viele Gespräche geführt, auch mit Externen – und ja die Aufgabe ist riesig.
Es gibt auch keine Garantie für den ganzheitlichen Erfolg, aber unsere Ziele sind definiert und im Prozess werden wir sehen, welche Herausforderungen uns entgegnen. Wir sind von vielen äußeren Faktoren abhängig – aber wir wollen einfach mal machen.
Eine Aussage ist mir hängengeblieben bei den ganzen Gesprächen:
„Was ihr da vorhabt ist riesig – ich möchte nicht in eurer Haut stecken, aber das Konzept ist cool und mehr als rund“. Ich nehme das als positives Signal und freu mich auf den gemeinsamen Weg.
Seht es uns nach, dass wir euch im Rahmen der Möglichkeiten informieren werden.
Natürlich wird auch in Zukunft hier und da mal eine „Sau“ durchs Dorf getrieben und das ist auch verständlich, aber wenn es etwas zu berichten gibt, wird dies auf den offiziellen Wegen passieren.
Alles in allem könnt ihr sehen, hier ist richtig was los.
Ich könnte weitere Seiten füllen über die tolle Arbeit des Gemeinderates, unserer fleißigen Angestellten und freiwilligen Ehrenamtler, denn ohne das Zusammenspiel aller hier in der Gemeinde wäre vieles nicht möglich.
Es freut mich am meisten, dass wir mittlerweile gemeinsam entwickeln – hier und da sind noch Strukturen, die eher „Ich-bezogen“ agieren, aber generell stelle ich fest, dass wir uns als Dorfgemeinschaft verstehen und viele das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen.
Wir bestimmen selbst, wie wir leben wollen und gemeinsam geht eben besser.
Denn eins ist klar, nur wenn wir als Gemeinschaft bereit sind zu wachsen, dann wird es erfolgreich.
Vielen Dank für euer Interesse und euch allen einen schönen Sommer,
Keno J. Jaspers