Großenwiehe hat einiges auf dem Zettel
Meldung aus GroßenwieheBürgermeister Keno Jaspers beschreibt es als Damoklesschwert, das über allen Gemeinden schwebt: „Es gibt kaum noch Fördergelder." Dies gilt für seine Gemeinde Großenwiehe vor allem für das anstehende große zentrale Projekt, den Neubau der Schule.
Die ersten Schritte sind gemacht, die juristische und wirtschaftliche Beratung ist weitestgehend abgeschlossen. „Wir müssen uns um alternative Finanzierungsmöglichkeiten kümmern, die sicher sind auf Dauer", sagt Jaspers. Dabei gehe es nicht unbedingt um die Höhe der Bausumme, die die Gemeinde auf 15 Mio. Euro gedeckelt hat, sondern um Kostensicherheit. In der Gesamtbetrachtung spielen daher auch die Betriebskosten für den gesamten Lebenszyklus der Schule eine gewichtige Rolle.
Fest stehe zunächst, dass eine Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP) rund acht Prozent weniger Kosten verursachen werde. Dabei soll die besondere Kompetenz eines privaten Unternehmens als Auftragnehmer die Maßnahme effizienter und kostengünstiger gestalten als in Eigenregie.
Die mit allen Vollmachten ausgestattete Lenkungsgruppe für dieses Projekt hat nun den nächsten Schritt getan und den Weg für die technische Beratung eingeschlagen, die in einer Ausschreibung enden soll. Neu: „Wir denken in der wirtschaftlichen Betrachtung und der kommenden Ausschreibung nun doch eine Sporthalle mit hinein, die auch für Ballsportarten geeignet ist", erklärt Jaspers.
Trotz des engen Finanzrahmens müsse diese möglicherweise über Anpassungen beim Schulbau realisiert werden. Denn selbst mit dem Neubau einer Bewegungshalle in Lindewitt könne der TSV Lindewitt, der Sportverein beider Gemeinden, die Nachfrage nach Hallenkapazitäten nicht decken.
Für 2025 ist vorgesehen, eine verbindliche Leistungsbeschreibung der Gesamtmaßnahme zu erstellen und dann die Ausschreibung durchzuführen. Das Ziel bleibt eine neue Schule in Großenwiehe bis 2027 – ein ehrgeiziges Vorhaben.
Die noch ausstehende Erschließung der 3,2 Hektar großen Restfläche des Gewerbegebiets Schobüllhuus sei hingegen leicht lösbar. Verbesserungsmöglichkeiten wurden mit den bisherigen Nutzern besprochen. So stellen sich die 90-Grad-Kurven für große Sattelzüge als nachteilig heraus, während ein beidseitiger Fußweg in einem Gewerbegebiet als Luxus erscheint. Eine zweite Ausfahrt zur L12 sei sinnvoll. Die Erschließung soll 2024 abgeschlossen werden, die Parzellierung sei noch offen. „Allerdings ist es auch möglich, die gesamte Fläche an einen Nutzer zu veräußern", fügt Jaspers hinzu. Ein entsprechender Interessent sei vorhanden.
Daneben gibt es mehr als 20 weitere Vorhaben und Planungen. Bereits sichtbar ist der neue Dorfkerntreffpunkt an der Kreuzung in der Ortsmitte. Der offene Pavillon sorgt noch für Rätselraten, obwohl er das Ergebnis einer Bürgerbeteiligung ist. „Es soll eine Stätte der Begegnung sein", beschreibt Jaspers das Vorhaben. Geplant sind Bänke, Tische, ein Bücherschrank, Platz für den Weihnachtsbaum, Spielgeräte für Kleinkinder und möglicherweise eine kleine Boulebahn – alles mit dem Ziel, mehr Austausch im Dorf zu fördern. Die Einweihung soll im Frühjahr, wohl am 1. Mai, erfolgen.
Das kommunalpolitische Geschäft bleibt lebendig. Zu den Baumaßnahmen zählen:
Die Fortführung des Gehweges am Bahndamm
Der Hundeauslaufplatz am Kastanienweg
Die laufende Erschließung im Neubaugebiet
Zudem soll der Jugendbeirat reaktiviert und der Seniorenbeirat neu aufgestellt werden. Ein Konzept für ein mobiles Familienzentrum soll erarbeitet werden, mit Großenwiehe als Basis und Angeboten für die gesamte Region.
Die Gemeinde wird sich außerdem an der finalen Planung für die neue Rettungsstation beteiligen, sobald der endgültige Standort feststeht.
„Das Ehrenamt muss stärker werden, um einige Projekte umzusetzen", betont Jaspers angesichts der fehlenden Fördergelder.
Autor: Reinhard Friedrichsen





