Zur deutschen Sprache wechseln Switch to English language Skift til dansk sprog
Leichte Sprache: Zur leichten Sprache wechseln Zur normalen Sprache wechseln
 
Dörpshuus Großenwiehe 2026
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Der erste Solarpark in Großenwiehe geht an den Start

Meldung aus Großenwiehe
Die Sporthalle in Großenwiehe ist zur Vorstellung des ersten Solarparks in der Gemeinde bis auf den letzten Platz gefüllt. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Die Sporthalle in Großenwiehe ist zur Vorstellung des ersten Solarparks in der Gemeinde bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das Interesse ist groß. Die Halle füllt sich bis auf den letzten Platz. Auf einer Fläche so groß wie 100 Fußballfelder entsteht in Großenwiehe-Ost nördlich und südlich der Kreisstraße nun eine Freiflächen-Photovoltaikanlage. Das große Interesse der fast 200 Großenwieher gilt vorwiegend den angekündigten Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger an diesem Projekt.

Alina Langkau und Simon Büttner von Maxsolar mit Sitz in Traunstein, die Energiekonzepte entwickeln, installieren und auch selbst betreiben, erläutern die Eckpunkte. Demnach sei man startklar, alle Genehmigungen liegen vor. Der Netzanschluss wird im Umspannwerk Hüllerup erfolgen, mit zwei Kilometern eine vorteilhaft kurze Entfernung über nicht sichtbare Erdkabel. Baubeginn wird im Mai 2026 sein, die Inbetriebnahme soll im zweiten Quartal 2027 erfolgen. 

Für die Gemeinde Großenwiehe gibt es Vorteile in doppelter Hinsicht. Die Gewerbesteuer verbleibt zu 90 Prozent hier. „Noch sind nicht alle Zahlen final bekannt“, weist Büttner auf das Problem von Prognosen jeglicher Art hin, vor allem eine mögliche Rendite betreffend. Im Moment gehe man von einer Investitionssumme von 32 Mio Euro aus. Den Bürgern biete man eine Beteiligung von bis zu zehn Prozent an. Diese müsse über eine zu gründende Beteiligungsgesellschaft erfolgen. 

Bürgerbeteiligung am Solarpark – lohnt sich das?

Die Großenwieher haben Fragen, viele Fragen. Natürlich gehen sie auch in Richtung einer möglichen Rendite. „Könnte man nicht jüngere Referenzprojekte als konkretes Beispiel heranziehen?“ schlägt Timo Nienhaus vor. Simon Büttner hält es für schwierig, diese Projekte miteinander zu vergleichen. Nis Jessen treibt die Frage um, ob denn seine „Einlage nach Ablauf der angenommenen Laufzeit von 30 Jahren weg sei.“ Nein, diese werde während der Laufzeit Stück für Stück zurückgezahlt.

Eine Sicherheit gibt das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz, das eine feste Förderung für einen Teil des erzeugten Stroms festlegt. Ansonsten werde man langfristige Verträge mit Großabnehmern und Versorgungsunternehmen suchen, um planbare Sicherheit zu haben. Schließlich hängt Büttner sich dann doch ein wenig aus dem Fenster: „Ich rechne mit einer Rendite im höheren einstelligen Bereich“, sprich also zwischen fünf und neun Prozent.

Die Bürgerbeteiligungsgesellschaft

Die Versammlung geht nach Abschluss der Vorstellung des Projektes direkt in die warme Spur, um über eine Gesellschaft zur Bürgerbeteiligung zu diskutieren. Daniela Hansen und Rainer Christiansen, die langjährige Erfahrungen aus ähnlichen Vorhaben aus der Windkraft mitbringen, haben sich ein Jahr ehrenamtlich mit der Vorbereitung beschäftigt.

Die Jahre, die uns mit Wind groß gemacht haben, sind vorbei“, stellt Christiansen fest. Sämtliches vorgelegtes Zahlenwerk sei mit äußerster Vorsicht zu genießen, die so arg strapazierte Glaskugel könne unter Verschluss bleiben. Was eine mögliche Rendite betrifft, könne derzeit nur in Wahrscheinlichkeiten und Trends dargestellt werden.

Zunächst einmal wird das obligatorische Anlegerinformationsblatt 100.000 Euro kosten. Hier werden Vorteile und Risiken der Unternehmensbeteiligung dargestellt. Die Gesellschaft selbst wird im laufenden Betrieb von Löhnen bis zur Portokasse jährlich ebenfalls einen nennenswerten Betrag verschlingen. „Insgesamt ist es ein Projekt, das Geld verdient. Spät und nicht viel, aber besser als bei der Bank“, ist Christiansen überzeugt. Spät heißt, die Rendite wird erst in der zweiten Hälfte der 30-jährigen Laufzeit so richtig spürbar. Harald Dethleffs stößt ins gleiche Horn: „Maxsolar würde nicht bauen, wenn man hier kein Geld verdienen könnte. Wir sollten diese Möglichkeit der Beteiligung nicht auslassen“, wirbt er nachdrücklich bei seinen Mitbürgern und Daniela Hansen ergänzt: „Maxsolar verdient in der Wertschöpfungskette hier dreifach Geld, mit der Planung, dem Bau und dem Betrieb der Anlage. Es wäre schade, wenn wir daran nicht beteiligt wären.“ Auch Bürgermeister Keno Jaspers macht sich stark: „Bei uns wird so viel produziert, aber wir partizipieren noch nicht genug.“ Eines bleibt deutlich: Je näher man den angestrebten zehn Prozent kommt, desto höher ist die Rendite.

Nun geht es zügig Schritt für Schritt. Es folgt im Dezember eine weitere Informationsveranstaltung, im Februar die Gründung der Gesellschaft. Wenn dann das Anlegerinformationsblatt vorliegt, müssen sich Interessierte entscheiden, ob sie sich beteiligen. Das Ziel müsse sein, für eine zehnprozentige Beteiligung das nötige Eigenkapital von knapp 1 Mio Euro einzusammeln. 

Autor: Reinhard Friedrichsen