Bürgermeisterbericht Januar 2026
Meldung aus GroßenwieheBürgermeister Keno Jaspers informiert über aktuelle Themen, Projekte und Entwicklungen in der Gemeinde Großenwiehe. Der Bericht gibt einen Überblick über den Stand wichtiger Vorhaben aus den Bereichen Naturschutz, Ehrenamt, Wirtschaft, Infrastruktur, Soziales und Bildung sowie über Beschlüsse und Sachstände aus der Gemeindevertretung. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger transparent über laufende Prozesse und anstehende Entscheidungen zu informieren.
Themen im Überblick:
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Bürgermeisterbericht
Naturschutz und Artenvielfalt
Die Naturschutzgruppe bearbeitet zurzeit eine Bewerbung zur Förderung für das Projekt „Gröön Dörp – Modellprojekt für Artenvielfalt in Schleswig-Holsteins kleinen Gemeinden“. Ausgewählte Modellgemeinden erhalten dabei Hilfestellungen, um den Artenschutz nachhaltig in der Gemeinde zu verankern. Vorgesehen sind unter anderem:
fachliche Beratung und Prozessbegleitung durch die ALR und ihre Partner,
die Entwicklung eines maßgeschneiderten kommunalen Aktionsplans Artenvielfalt als langfristiger Fahrplan, der von der Gemeindevertretung beschlossen wird,
Beratung zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.
Der Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 26.02.2026.
Ein wichtiges Kriterium ist die Unterstützung des Projekts durch die Gemeindevertretung sowie die Bereitstellung von Flächen. Dies erfolgt über eine unterschriebene Absichtserklärung und einen ausgefüllten Steckbrief.
Darüber hinaus wurden im letzten Jahr Obstbäume entlang des Weges zur Reithalle zwischen Haferbogen und Wald gepflanzt. Alle Kosten hierfür hat die Naturschutzgruppe selbst getragen.
Unsere FSJ-Kraft an der Schule, Hanna Fledermann, startet im April ein 1,5-monatiges Projekt mit den Schüler:innen. Dabei wird eine Blumenwiese zur Förderung der Artenvielfalt angelegt. Ergänzend wird es kleine Lerneinheiten zum Thema Artenvielfalt geben. Es wird versucht, dieses Projekt mit dem Modellprojekt „Gröön Dörp“ zu verbinden.
Winterdienst und Anliegen älterer Mitbürger:innen
In jüngster Zeit bin ich von vielen älteren Menschen aus unserer Gemeinde angesprochen worden, ob es möglich wäre, die Schneeräumung auch in den Ortsstraßen zu organisieren. Viele dieser Menschen wären bereit, für diesen Service zu zahlen, können ihn jedoch selbst nicht leisten. Dieses Thema sollten wir im Laufe des Jahres weiter bearbeiten.
Ehrenamt und Vereine
Bei der Jahreshauptversammlung des VdK habe ich viele gute Gespräche geführt. Heinke Pries, Bezirksverbandsvorsitzende, und Heidi Lyck, Landesfrauenvertreterin, bedankten sich für die gelungene HGV-Messe. Gemeinsam mit der Gemeinde möchten sie im Laufe des Jahres ein Event zur Sichtbarkeit des Ehrenamtes auf die Beine stellen. Ein entsprechendes Gespräch findet am 17.02.2026 statt.
An diesem Tag hatte ich auch Kontakt zur Ehrenamtskümmerin von Handewitt und Harrislee. Ihre Aufgabe ist es, das Ehrenamt zu unterstützen, Fördermittel einzuwerben sowie Beratung und Koordinierung zu übernehmen. Die Stelle wird zu 80 % vom Land finanziert, der Rest durch Kommune und Vereine.
Am 12.02.2026 habe ich hierzu gemeinsam mit Bärbel Otto einen Gesprächstermin, um zu prüfen, ob dieses Modell auch für Großenwiehe eine Möglichkeit ist, unsere Ehrenamtlichen und Vereine zu unterstützen – gerade vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Finanzen.
Lokale Wirtschaft
Nach der Umfrage der WIREG im letzten Jahr wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Unternehmer:innen aus Großenwiehe in die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde einzubeziehen. Für Juni plane ich daher ein Treffen mit der lokalen Wirtschaft.
Geplant sind Impulsvorträge der DEKRA zum Thema Mitarbeiterqualifikation sowie Beiträge der WIREG und der IHK Flensburg-Land. Anschließend sollen die Projekte und Planungen der Gemeinde vorgestellt werden. In einem Workshop ist ein gemeinsamer Ideenaustausch zwischen Unternehmer:innen und Gemeinde vorgesehen, bevor das Treffen abgerundet wird.
Im Nachgang soll ein Handlungsplan erarbeitet und die Umsetzung im Gemeinderat beraten werden.
Darüber hinaus fanden im November und Dezember Gespräche mit potenziellen Investoren aus der Gemeinde zu Projekten in den Bereichen Wohnungsbau, Daseinsvorsorge und Infrastruktur statt.
Kirche, Kultur und Gemeinschaft
Der Regionalgottesdienst am 18.01.2026 war ein sehr gelungenes Event. Während und nach dem Gottesdienst bedankte sich der deutsch-ukrainische Kulturverein für die Spendenaktion des vergangenen Jahres. Es gab kulturelle Vorführungen, eine Urkunde für die Gemeinde sowie eine Fotodokumentation, die zeigte, wo die Spenden angekommen sind.
Auch in diesem Jahr werden wir weiterhin Spenden sammeln. Weitere Informationen werde ich im HGV-Blatt veröffentlichen.
Aktiv-Senior und Gebäudesituation
Heute fand ein Ortstermin beim Aktiv-Senior statt. In den vergangenen Monaten kam es dort mehrfach zu Wasserschäden in den Wohnungen. Insgesamt ist es notwendig, den Gebäuden eine pflegende Hand zukommen zu lassen, da der Zahn der Zeit nagt.
Im ersten Schritt wird nun der Vertrag mit der FAB geprüft und ein Gutachter zur Begutachtung der Schäden sowie zur Bestandsaufnahme beauftragt. Danach werden wir ein Kostengerüst haben und weitere Schritte einleiten.
Reit- und Fahrverein
Mit dem Reit- und Fahrverein wurde vereinbart zu prüfen, ob eine permanente Zuwegung zur Reithalle über den Waldschutzstreifen zwischen Haferbogen und Wald hergestellt werden kann. Hintergrund ist die zunehmende Zahl großer Turnierfahrzeuge, die derzeit durch das Dorf und über den Waldweg fahren müssen. Erste Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde waren positiv.
Bereits jetzt hat das Büro IGN festgestellt, dass der Straßenbelag des Waldweges abgängig ist.
Baugebiet „Am Redder 2“
Die Grundstücke im Baugebiet „Am Redder 2“, die für den sozialen Wohnungsbau reserviert sind, werden in absehbarer Zeit nicht bebaut werden können. Grund ist eine Kontingentsabsage zur Förderung des sozialen Wohnraums für Großenwiehe. Auch perspektivisch stellt das Ministerium keine Förderung in Aussicht.
Der Bauausschuss sowie die damalige Arbeitsgruppe sollten sich daher erneut mit der zukünftigen Nutzung dieser Grundstücke befassen.
Ganztagsanspruch und OGS
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung beschäftigt derzeit die Leitung unserer OGS. Eine Netzwerkgruppe aus sieben OGS-Standorten hat sich gegründet, um die rechtlichen Unklarheiten in einem gemeinsamen Fragenkatalog zusammenzustellen. Am 05.02.2026 soll in einem Videochat von SaG-SH mit dem Ministerium versucht werden, erste Ansätze zu klären.
Dieses Thema wird auch uns als Gemeinde unmittelbar betreffen. Ich bin froh, dass die OGS-Leitungen hier gemeinsam Licht ins Dunkel bringen.
Straßenbeleuchtung
Auch in diesem Winter zeigt sich erneut unser großes Problem mit der Straßenbeleuchtung. Die Firma Rosacker hat den Auftrag erhalten, alle Kreise neu einzustellen, damit die Zeitschaltung wieder zuverlässig funktioniert. Zusätzlich werden laufend defekte Lampen repariert.
Sachstandsberichte zur Gemeindevertretung vom 29.01.2026
Rettungswache
Der Kreis hat den Wunsch geäußert, in Großenwiehe eine Rettungswache zu errichten. Nach längerer Suche wurde ein geeignetes Grundstück gefunden: die Grünfläche zwischen Netto und dem Gewerbegebiet Schobüllhus. Erste Gespräche mit dem Verkäufer haben stattgefunden, eine finale Einigung wird im Frühjahr angestrebt.
Um den Zeitplan für eine funktionsfähige Rettungswache nicht zu gefährden, wird für die Zeit bis zur Baureife des Grundstücks eine Zwischenlösung gesucht. Gemeinsam mit dem Kreis wurde das ehemalige Feuerwehrgebäude in Schobüll besichtigt. Der erste Eindruck war sehr positiv. Der Kreis kann sich vorstellen, das Gebäude auf eigene Rechnung umzubauen und bis zur Fertigstellung der neuen Rettungswache zu mieten.
Die Mietkosten sind noch festzulegen. Amtsseitig wird vorgeschlagen, eine Kaltmiete zu vereinbaren und Verbrauchskosten direkt abzurechnen. Am 02.02.2026 findet ein weiterer Besichtigungstermin mit Kreis, DRK und Planern statt.
Rückbau der Container und neue Nutzungsideen
In der Dorfstraße hinter dem Gemeindehaus der Kirche wurden die Container zur Unterbringung demontiert. Aktuell besteht kein Bedarf mehr, da ausreichend Wohnraum nachgewiesen werden kann und sich die Verteilung verändert hat.
Mit dem Amt wurde vereinbart, den Stromkasten und die Wasserversorgung nicht zurückzubauen, um die Infrastruktur bei Bedarf wieder nutzen zu können. Auch die vorhandenen Fundamente sollen bestehen bleiben. Diese eignen sich gut, um dort mit geringem Aufwand zwei Pétanquebahnen (eine Variante des Boulespiels) zu errichten. Mit entsprechender Auffüllung könnten insgesamt vier Spielflächen entstehen, zwei für Erwachsene und zwei für Kinder.
Derzeit arbeite ich an einem Konzept zur Beantragung von Fördermitteln aus dem Regionalbudget Mitte des Nordens für das Jahr 2026. Gefördert werden Kleinprojekte bis maximal 20.000 Euro brutto, davon bis zu 16.000 Euro Förderung. Ein erster Vorschlag liegt bereits vor.
Containerstellplatz aktuell
Vorlage Pétanquebahn
Standort Pétanquebahnen
Spenden für die Jugendarbeit
Im Dezember des letzten Jahres sind insgesamt knapp 4.000 Euro an Spenden für die Jugendarbeit eingegangen. Den größten Anteil stellte eine Großspende der Hansen-Spedition in Höhe von 3.000 Euro dar. Weitere Spenden kamen beim Jubiläumsfest des KFZ-Service Großenwiehe sowie auf dem Weihnachtsmarkt der Gemeinde zusammen.
Im Februar findet der erste Jahrestermin mit dem Jugendbeirat statt. Dort werden die Umsetzung von Projekten und der Einsatz der Spenden besprochen. Bereits im letzten Jahr haben die Jugendlichen tolle Ideen entwickelt und erste Veranstaltungen auf den Weg gebracht.
Weitere Themen
Die Betriebsversammlung findet im Februar statt.
Aus dem letzten Jahr sind noch Arbeiten offen, die bereits beauftragt, aber noch nicht ausgeführt wurden. Zudem sind neue Maßnahmen für dieses Jahr geplant. Ein Auftaktgespräch mit dem Büro IGN hat bereits stattgefunden. Die Arbeiten werden nun koordiniert und mit Konzepten sowie Kosten hinterlegt, um sie anschließend in den Gremien zu beraten. Die entsprechenden Mittel sind größtenteils im Haushalt eingeplant.
Vereinbarungen mit Kitas
Im vergangenen Jahr ging die neue Vereinbarung mit dem Skoleforeningen ein und wurde bereits teilweise beraten. Eine finale Abstimmung soll in diesem Jahr erfolgen.
Nach der neuen Gesetzgebung sollen die Träger ihre Lohnkosten mit den Kommunen abrechnen. Herr Boysen vom dänischen Schulverein wies jedoch auf eine wesentliche Formulierungsänderung hin. Demnach gelten künftig die dänischen Tarifverträge als angemessene Kosten, während der TVöD nur greift, wenn keine Tarifbindung besteht.
Bisher wurden die Mehrkosten aus dem dänischen Tarifvertrag vom dänischen Schulverein selbst getragen. Würden die aktuellen Entwürfe unverändert unterzeichnet, entstünden ab 2026 erhebliche Defizite in den Jahresrechnungen und Haushaltsplänen, für Großenwiehe etwa 131.000 Euro jährlich.
Dieses Thema habe ich gegenüber den Vorständen der dänischen Minderheitenorganisationen sowie dem SHGT angesprochen. Weitere Gespräche folgen.
Am 15.12.2025 fand zudem ein Gespräch mit dem DRK Schleswig zur neuen Kita-Vereinbarung statt. Ziel ist mehr Transparenz und ein größeres Einrederecht für die Gemeinde. Eine überarbeitete Vereinbarung wird im Februar erwartet und bildet dann die Grundlage für die Genehmigung des Haushaltsplanes 2026. Bis dahin gilt die bisherige Vereinbarung weiter.





