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Bekommt Großenwiehe ein inklusives Hotel?

Anke Häger findet wie viele Großenwieher das Projekt total klasse. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Anke Häger findet wie viele Großenwieher das Projekt total klasse.

Die Sporthalle war rappelvoll. Die Einladung der Gemeinde mit dem Thema „Hotelneubau“ hatte die Einwohner mobilisiert. Geht es doch auch darum, dass sich das Gesicht im Ortszentrum mit dem abbruchreifen Wiehekrug grundlegend ändert.


Eines wurde gleich zu Beginn ganz deutlich herausgestellt. Bei allem, was an diesem Abend gezeigt und erläutert wird, handelt es sich um eine Projektidee, noch ganz im Anfangsstadium. Die Architekten Werner Schaffer und sein Sohn Jes Hansen präsentierten Ansichtsgrafiken und die Konzeption eines möglichen Hotels im Ortszentrum. 


Das Besondere: Ein inklusives Hotel, „wo Menschen mit jedweder Behinderung und Beeinträchtigung Urlaub machen können“, erläutert Schaffer. Die Idee kommt von Jochen Behrens, der sie aus Bayern mitgebracht hat und selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist und an diesem Abend nicht dabei sein konnte. Er hat selbst erfahren, dass es kaum Möglichkeiten für Rollstuhlfahrer gibt, Urlaub zu machen.


Der Bau ist in L-Form angedacht mit Tiefgarage, einem Ober- und Staffelgeschoss, SPA-Bereich, Restaurant, 53 Zimmer mit 110 Betten. Ein Hotel für alle, Menschen mit Beeinträchtigungen und auch ihre Begleitung, rollstuhlgerecht in allen Bereichen und mit Pflegebetten, inklusiv bis ins Detail.    


Angesichts der heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen „muss man schon ein wenig verrückt sein, ein solches Hotel mit Tiefgarage zu planen“, sagt Oliver Densch, der als möglicher Mitinvestor zum Projektteam gehört. Er betont daher noch einmal, dass es ein sehr frühes Stadium ist, eine Idee unter Freunden. „Wir sind im Gespräch mit allen, die zum Gelingen beitragen können“, ergänzt er. Dazu gehören Finanzierungsmöglichkeiten und auch das Einwerben von öffentlichen Fördermitteln. Hier unterstützt Jörg Hauenstein, der als Leitender Verwaltungsbeamter die Ortskerngestaltung begleitet. Man möchte von Beginn an die Menschen in Großenwiehe mitnehmen, daher werde diese Vorstellung des Projektes bereits in dieser Frühphase durchgeführt.


Und sie ließen sich mitnehmen, hatten Fragen, viele Fragen. Einige kamen in dieser Planungsphase zu früh oder schossen über das Ziel hinaus, viele konnten klipp und klar beantwortet werden. Zu früh kommt das sicher berechtigte Ansinnen für ein mögliches Babyschwimmen im SPA-Bereich oder die Nachfrage nach einem energetischen Konzept. Natürlich bleiben die Kosten, die derzeit ohnehin nicht greifbar sind, unter Verschluss. Fragen nach der Gestaltung des Innenbereichs mussten im Detail unbeantwortet bleiben, denn diese Planung gibt es bislang nur für die interne Beratung. Fest steht, dass das Restaurant zirka 200 Quadratmeter groß werden soll. Dieses wird dann auch für externe Gäste zugänglich sein. Gibt es denn schon einen Betreiber? Ja, so die klare Antwort. Und dieser wird dann für sich weitere Entscheidungen treffen.


Ein Ansinnen aus der Einwohnerschaft kam nun mehrfach auf. Werde es denn auch einen Saal für Veranstaltungen und Feiern geben, wie es eben im bisherigen Dorfkrug war? Hierfür machte das Projektteam wenig Hoffnung, aber letztendlich sei die Durchführung von Feiern eine Angelegenheit des Betreibers. Sie könnten dann sicherlich nur mit Rücksicht auf die Hotelgäste durchgeführt werden. Man werde das Anliegen aber mitnehmen.


Klare Antworten gab es auf die Nachfrage nach ausreichenden Stellplätzen für PKW. „Es gibt bauordnungsrechtliche Vorgaben, die wir selbstverständlich einhalten“, antwortet Hansen. Interessant war die Bemerkung zum Standort Großenwiehe, ob denn das Dorf überhaupt attraktiv genug für einen Urlaub sei? Er sei sogar fantastisch, weil man hier zentral zu allen Ecken im nördlichen Schleswig-Holstein liege. Die Gäste seien zwar beeinträchtigt, aber durchaus mobil, selbst oder durch Begleitung.


„Es wird hier in dieser Phase schon viel Gehirnschmalz eingesetzt“, bemerkt Bürgermeister Keno Jaspers. Es ist der Stand einer Projektidee, aber dem Team ist der Wille zur Umsetzung deutlich anzumerken. Von den Einwohnern bringt Anke Häger die Auffassung der großen Mehrheit auf den Punkt: „Ich finde das Projekt total klasse, wenn es nach Großenwiehe kommt. Für uns hat es zudem den Vorteil, dass wir wieder ein Restaurant haben und unsere privaten Gäste im Hotel unterbringen können.“ Der Applaus signalisierte dem Projektteam deutlich, dass die Großenwieher ihnen den Rücken stärken.

 

Autor: Reinhard Friedrichsen

 

 200 Einwohner in der Sporthalle, vorne (v.l.) die Architekten Jes Hansen und Werner Schaffer, Gudrun Behrens (Gattin des Ideengebers) und Jörg Hauenstein (Leitender Verwaltungsbeamter)200 Einwohner in der Sporthalle, vorne (v.l.) die Architekten Jes Hansen und Werner Schaffer, Gudrun Behrens (Gattin des Ideengebers) und Jörg Hauenstein (Leitender Verwaltungsbeamter). Foto: Reinhard Friedrichsen

  So könnte die Straßenansicht auf dem Gelände des heutigen Wiehekrugs aussehen. (Zeichnung Architekten Werner Schaffer/Jes Hansen)So könnte die Straßenansicht auf dem Gelände des heutigen Wiehekrugs aussehen. (Zeichnung Architekten Werner Schaffer/Jes Hansen)

Fotoserien

Hotel-Neubau Großenwiehe (27. 03. 2024)

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Architekturbüro Werner Schaffer